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Situation in Rumänien, Valcea 
Tierschutz hat in Rumänien leider keinen hohen Stellenwert.
Hunde gelten vielen dort als schmutzig, sie werden allenfalls als Wachhunde gehalten, meist an einer Kette, schlecht versorgt und ohne Bezug zu „ihren“ Menschen.
Natürlich werden die wenigsten Tiere kastriert, denn das kostet Geld. Kommt es zu Nachwuchs, werden die meist ungewollten Welpen entweder getötet oder ausgesetzt – sollten sie überleben, ist die nächste Generation Straßenhunde unterwegs. Diese „freien“ Hunde müssen um ihr Überleben kämpfen, Futter suchen, sich vor dem Verkehr in acht nehmen, lernen, die meisten Menschen zu meiden, Menschen, von denen ihnen Schlechtes widerfahren ist. Oft sind es Männer, die die Tiere jagen und einfangen, um sie in die öffentlichen Hunde-Verwahranstalten, genannt „Shelter“, zu bringen.
Dort bekommen die Hunde kaum Futter, geschweige denn medizinische Versorgung. Das Gesetz erlaubt es, die eingefangenen Hunde innerhalb von zwei Wochen zu töten, wenn sich denn keine andere Möglichkeit für sie auftut. Und dieses Töten geschieht in Rumänien meist nicht durch Einschläfern, also schmerzfrei.
Glücklicherweise können einige Menschen vor dem Leid ihrer Mit-Lebewesen nicht die Augen verschließen – zu ihnen gehören Nicoleta Stefanescu und Florentina Cioaca, die dereinst „normale“ Jobs und ein „normales“ Leben hatten.
Als Anfang des neuen Jahrtausends die Not der Straßentiere immer größer wurde, begannen sowohl Nicoleta wie auch Florentina – zunächst noch ohne sich zu kennen - sich um diese in ihrer Heimat Ramnicu Valcea, einer Region nordwestlich von Bukarest, zu kümmern, sie zu füttern, verletzte Tiere aufzunehmen und ggf. dem Tierarzt vorzustellen.
Aus einer gelegentlichen Tätigkeit, bei der sich die beiden Tierschützerinnen kennenlernten, wurde aufgrund all der Hunde (und Katzen), die umsorgt werden mussten, mit der Zeit ein Ganztagsjob - „ganztags“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn Privatleben kennen Nicoleta und Florentina kaum noch, überall ist Hilfe nötig und wird erbeten.
Oft werden die beiden zu Notfällen gerufen, auch mitten in der Nacht. Sie organisieren Kastrationen und Kastrationsaktionen, bei denen die Hunde- und Katzenbesitzer in der Region ihre Tiere kostenlos kastrieren lassen können. Denn nur Kastrationen können das Leid der Tiere auf Dauer beenden!
Mit viel Überredungskunst haben Nicoleta und Florentina es erreicht, dass sie die Hunde im öffentlichen Shelter dreimal in der Woche versorgen können. Sie verteilen Futter, Wasser und Stroh und bringen medizinische Notfälle zum Tierarzt.
Um Hunden und Katzen eine wirkliche Zuflucht zu bieten, mieteten die beiden ein Grundstück und bauten dort ein privates Tierheim auf, das aber irgendwann zu klein und dessen Mietvertrag nicht verlängert wurde. So war es ein großes Glück, als Nicoleta und Florentina mit Hilfe vieler Spender ein Grundstück erwerben und sodann beginnen konnten, dort ein eigenes Tierheim aufzubauen, ein Shelter, das diesen Namen wirklich verdient - ihr privates Camp.
Es gibt dort bereits einige schöne Gehege mit Freiläufen für die Hunde, aber es fehlt noch an weiteren Zäunen, um sie besser trennen zu können. Auch ist eine medizinische Station geplant, um vor Ort Erste Hilfe leisten zu können, sowie eine Isolierstation für Tiere, die separiert werden sollten z.B. aufgrund ansteckender Krankheiten.
Beinahe rund um die Uhr kümmern die beiden sich um die Hunde in ihrem Camp, versorgen Straßenhunde an vielen, z.T. weit auseinanderliegenden Plätzen, fahren mit kranken Tieren zu verschiedenen Tierärzten und Tierkliniken - zum Teil auch deswegen, weil das Geld ständig so knapp ist, daß ein einzelner Tierarzt erst weiterbehandelt, wenn er bezahlt wird.
An drei Tagen in der Woche besuchen sie das öffentliche Tierheim und bringen den Hunden dort wenigstens ein wenig Freude durch Futter und die ein oder andere Streicheleinheit, wenn die Zeit es überhaupt zulässt – bei 500 zu betreuenden Hunden ist das schwer!
Ohne Hilfe wäre ihnen all das nicht möglich, denn die Kosten für Futter und Tierärzte sind enorm.